Siegerehrung 2014

plakat2015

Die Wettbewerbsfrage 2014 lautete: „25 Jahre Friedliche Revolution - Was ist Freiheit?“

 

1. Platz: Anja Müller

Vom Suchen und Finden der Freiheit

Der Essay setzt sich mit der Frage auseinander, welches Konzept junge Menschen heutzutage mit dem Begriff „Freiheit“ verbinden. Ihre Generation – die Generation Y – versteht Freiheit als ein stark nach innen gerichtetes Konzept. Sie hat das als „ein Gefühl von innerer Stabilität“ beschrieben. Dies lässt sich u. a. dadurch erklären, dass die junge Generation gerade nicht die Träger der friedlichen Revolution war, sondern in einem vereinten, relativ stabilen Deutschland aufgewachsen ist. So musste sie ihren Fokus weniger auf das Äußere legen, sondern sich stattdessen vermehrt mit dem Inneren beschäftigen. Die Frage war: Welchen Weg will sie, auf der Suche nach dieser inneren Freiheit, in ihrem Leben einschlagen? Doch hier liegt der Knackpunkt: Freiheit und Gebundenheit scheinen sich zu bedingen. Denn indem wir uns selbst an den Wunsch binden, frei zu sein, sind wir es gerade nicht. Richtig frei sind wir erst, wenn wir den Wunsch nach Freiheit loslassen. Erst dann nämlich können wir davon sprechen, unsere innere Stabilität erreicht zu haben.

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2. Platz: Jakob Hayner

Die Geister der Vergangenheit

Die Kernthesen: Die Begriffe Freiheit und Geschichte sind eng verbunden. Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel sagte in seinen Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte: „Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit.“ Fortschritt ist jedoch nicht die Flucht vor Geschichte, sondern deren bewusste Aneignung; ohne dies wird auch die Freiheit nicht zu haben sein. Die Möglichkeit von Freiheit wird in dem symbolischen Überschuss manch einer geschichtlichen Bewegung präsent. In Erzählungen vom Ende der DDR ließen sich für den Autor solcherlei Beobachtungen machen. Doch die Gegenwart hat ihre eigene Wirklichkeit. Sie ist, wie Heiner Müller sagte, ein geschichtsloser Zustand, die „einzige Form, wie Geschichte stattfindet, sind Kapitalbewegungen.“ Geschichtslosigkeit der Gegenwart bedeutet auch, dass die Vergangenheit als Fülle der Möglichkeiten, auch und gerade der verpassten, nicht ins Bewusstsein dringt. In dieser Weise tut Auseinandersetzung mit der Geschichte dringend not.

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3. Platz: Fabian Schwarz

Zum Frühstück etwas Freiheit

Der Text will inhaltlich wie stilistisch eine spezifische Botschaft vermitteln. Inhaltlich sollte das Spannungsfeld aufgezeigt werden, in dem sich die Debatte um Freiheit bewegt. Zwei Extrempositionen haben mit dem lyrischen Ich diskutiert. Die eine Extremposition ist eine naiv-hedonistische, die die Freiheit als gegeben hinnimmt und sich Konsum und Zerstreuung hingibt. Die andere Extremposition ist eine nihilistische, die Freiheit nur nach individueller Grenzenlosigkeit bewertet. Das Streitgespräch wurde an den Frühstückstisch verlegt, um zu verdeutlichen, dass Freiheit immer ein zwischenmenschliches Phänomen ist. Politikwissenschaftlicher Jargon unterbleibt, nicht jedoch eine leicht ironisierende Umgangssprache. Denn Freiheit geht jeden an, sollte sich nicht auf eine akademische Elfenbeinturmdiskussion reduzieren.

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Publikation 2014
"Was ist Freiheit?"

 

Publikation 2014

 

 

 

Mit der Frage nach dem Wert von Freiheit und der historischen Bedeutung haben sich Studierende alle Fachrichtungen im Rahmen eines akademischen Ideenwettbewerbs anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Friedliche Revolution 1989“ beschäftigt. Ihre eigenen Definitionen und Positionen werden in vorliegendem Band präsentiert.

Herausgegeben von Andreas H. Apelt , Eckhard Jesse und Dirk Reimers im Auftrag der Deutschen Gesellschaft e. V. und der Deutschen Nationsalstiftung, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2015, 14,95 €
Gedruckt mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums des Innern.

Zu bestellen:
 
Mitteldeutscher Verlag
Sigrun Hummel
Am Steintor 23
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